GEMEINDEWAHLEN: DASHBOARD BIETET ERSTMALS UMFASSENDEN BLICK AUF 25 JAHRE LOKALPOLITIK

Ein neues interaktives Online-Dashboard macht die Entwicklung der Gemeindewahlen in Südtirol von 2000 bis 2025 erstmals übersichtlich und vergleichbar.

Veröffentlichungsdatum: Dienstag, 14. April 2026

Beschreibung

Ein neues interaktives Online-Dashboard macht die Entwicklung der Gemeindewahlen in Südtirol von 2000 bis 2025 erstmals übersichtlich und vergleichbar. Die Plattform wurde heute (14. April) von Eurac Research in Zusammenarbeit mit der Autonomen Region Trentino-Südtirol vorgestellt und bündelt zentrale Daten zur lokalen Demokratie – von Wahlbeteiligung über Kandidaturen bis hin zur politischen Repräsentation.

An der Präsentation beteiligten sich Josef Bernhart (Leiter des Instituts für Public Management – Eurac Research), Peter Decarli und Magdalena Nock (Institut für Public Management – Eurac Research), Franz Locher (Vizepräsident der Regionalregierung und Assessor für örtliche Körperschaften), Nadia Mazzardis (Landesbeirat für Chancengleichheit für Frauen), Dominik Oberstaller (Südtiroler Gemeindenverband) sowie Cristina Pallanch (Bürgermeisterin von Kastelruth).

Die Plattform ermöglicht es, Entwicklungen über 25 Jahre hinweg auf einen Blick nachzuvollziehen, Trends zu erkennen und Vergleiche zwischen Gemeinden anzustellen. „Verlässliche und gut organisierte Wahlen sind das Fundament einer funktionierenden Demokratie. Dieses Dashboard ist eine wichtige Grundlage, um Entwicklungen transparent zu machen und faktenbasiert zu diskutieren“, betonte der Vizepräsident der Regionalregierung und Regionalassessor für örtliche Körperschaften, Franz Locher.

Das Dashboard zeigt unter anderem, dass zentrale Indikatoren der politischen Beteiligung rückläufig sind. So ist etwa die Wahlbeteiligung seit dem Jahr 2000 gesunken, ebenso die Zahl der Kandidierenden. „Eine gesunde Demokratie braucht die aktive Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Institutionell gesehen ist die Organisation der Wahlen unsere Pflicht – die Motivation zur Teilnahme ist eine gemeinsame Aufgabe von Politik und Gesellschaft“, so Locher.

Während sich in Südtirol insgesamt 3.893 Personen der Wahl stellten, wurden im Trentino 5.705 Kandidaten gezählt. „Dass sich fast zehntausend Bürger der Wahl stellen, ist ein großartiges Zeichen für unsere Demokratie“, so Locher.

Zur Präsenz der Frauen in den Gemeindestuben ergeben die Daten ein differenziertes Bild: Einerseits wird die Gemeindepolitik zunehmend weiblicher, denn Frauen stellen mittlerweile rund ein Drittel der Gemeinderatsmitglieder. Andererseits bleibt ihre Präsenz in den Bürgermeisterämtern aber deutlich geringer: 2025 wurden 17 Bürgermeisterinnen und 99 Bürgermeister gewählt.

Als zuständiger Assessor hob Locher die organisatorische Leistung der Region hervor. Die Durchführung der Wahlen erfolgt über das Amt für örtliche Körperschaften und erfordert hohe Präzision. „Die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen ist das Ergebnis sorgfältiger und gewissenhafter Arbeit. Die Bediensteten der Region sowie die rund 5.500 Stimmzählerinnen und Stimmzählern haben diesbezüglich hervorragende Arbeit geleistet und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt..“

Auch rechtlich waren die vergangenen Jahre von Herausforderungen geprägt, etwa bei der Reform der Mandatsdauerbeschränkung und der Festlegung des Wahltermins. Beide Fragen wurden gerichtlich geklärt – mit Bestätigung der Position der Region. „Das zeigt, dass wir auf einer soliden und rechtssicheren Grundlage arbeiten“, unterstrich Locher.

Ein Blick auf die jüngsten Gemeindewahlen verdeutlicht zugleich das anhaltende Engagement: In der Region wurden am 4. Mai in 265 Gemeinden neue Verwaltungen gewählt. „Die Gemeinden sind das Herzstück unserer Demokratie – und die Kandidatinnen und Kandidaten ihr Rückgrat. Ihnen gebührt unser besonderer Dank“, sagte Locher.

Neben positiven Entwicklungen sind auch neue Herausforderungen festzustellen: In der Nachbarsprovinz Trient konnten 2025 in vier Gemeinden mangels Kandidaturen keine Wahlen stattfinden. Für Locher ein Szenario, das es für Südtirol möglichst zu vermeiden gilt. Er sieht darin auch einen Auftrag: „Demokratie lebt vom Mitmachen. Es liegt an uns allen, das Bewusstsein für den Wert jeder Stimme zu stärken und die Beteiligung weiter zu fördern.“

Die Wahlbeteiligung ist in den vergangenen Jahren spürbar zurückgegangen. Als Gegenmaßnahme wurde unter anderem die Wahlzeit bis 22 Uhr verlängert, um die Teilnahme zu erleichtern. „Das ist ein wichtiger Schritt – gleichzeitig bleibt es unsere gemeinsame Aufgabe, die Wahlbeteiligung durch weitere Maßnahmen zu stärken“, so Locher.  

Die Daten für das Dashboard stammen aus den amtlichen Wahlergebnissen der Autonomen Region Trentino-Südtirol und wurden für den Zeitraum von 2000 bis 2025 aufbereitet. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und die lokale Demokratie verständlich und zugänglich darzustellen.

Das Dashboard ist online abrufbar unter:
https://gemeindewahlen.eurac.edu/

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Letzte Änderung:Dienstag, 14. April 2026