GUGLIELMI: „KEINE SELBSTDARSTELLUNG, SONDERN STÄRKUNG DER IDENTITÄT UND FORTBESTAND DER LADINISCHEN, ZIMBRISCHEN UND FERSENTALERISCHEN SPRACHMINDERHEITEN“

Erster Regionaler Tag der ladinischen, fersentalerischen und zimbrischen
Sprachminderheiten

Veröffentlichungsdatum: Dienstag, 24. Februar 2026

Beschreibung

In Trient wurde heute der erste Regionale Tag der Sprachminderheiten abgeschlossen, der von Regionalassessor Luca Guglielmi angeregt und von der Autonomen Region Trentino-Südtirol organisiert wurde. Die Initiative brachte Institutionen, Vertreter von Kulturinstituten, Experten und Persönlichkeitenaus der Welt des Sports zu einem Austausch über die Gegenwart und die Zukunftsperspektiven der ladinischen, fersentalerischen und zimbrischen Gemeinschaften zusammen.

Regionalassessor Guglielmi betonte: „Das Ziel dieses ersten Regionalen Tages der Sprachminderheiten ist keineswegs die Selbstdarstellung, sondern die Anerkennung und Aufwertung eines resilienten Systems, dem es trotz der Globalisierung und des immer schnelleren Wandels unserer Zeit gelungen ist, ein kulturelles, sprachliches und traditionelles Erbe von außerordentlicher Bedeutung zu bewahren“.

Er erklärte weiter: „Dieser Tag entspringt auch dem Wunsch, das Bewusstsein der gesamten Bevölkerung Trentino-Südtirols für die sprachliche Besonderheit der ladinischen, fersentalerischen und zimbrischen Gebiete sowie für den Wert zu stärken, den diese für die Gesamtidentität unserer Region darstellen“.

Mit Blick auf die Zukunft gab der Regionalassessor eine klare Richtung vor: „Die Sprachminderheiten müssen zwei grundlegende Erfordernisse ‒ Tradition und Erneuerung ‒ miteinander verbinden. Der Schutz beruht auf der Erkenntnis, einzigartig und besonders zu sein, während die Innovation durch eine wirksame und zeitgemäße Sprachpolitik verwirklicht wird. In den letzten Jahren haben diese Maßnahmen bedeutende Ergebnisse hervorgebracht, die den täglichen Einsatz all jener bezeugen und belohnen, die sich für den Schutz und die Förderung unserer drei Minderheiten einsetzen“.

Die Bilanz des Tages fällt daher positiv aus: „Wir können sagen, dass unsere Sprachgemeinschaften lebendig sind und mit Zuversicht in die Zukunft blicken – gestärkt durch ihre Wurzeln, aber auch bereit, sich den Herausforderungen des Wandels zu stellen.“

Neben der institutionellen Reflexion bot der Tag eine bedeutende Gelegenheit zum Austausch zwischen den lokalen Gemeinschaften und den Institutionen. „Es handelt sich nicht um eine rein repräsentative Veranstaltung – betonte Sabrina Rasom, Direktorin der Majon di Fascegn –, sondern um die Antwort auf ein konkretes Bedürfnis nach Austausch zwischen den verschiedenen Sprachminderheiten im Gebiet der Region und der Provinzen. Dies stellt eine Gelegenheit dar, um zu verstehen, welche Schritte noch zu unternehmen sind und wie die Bestimmungen zum Schutz der Minderheiten – die zu den fortschrittlichsten im Bereich des Minderheitenschutzes zählen – bestmöglich umgesetzt werden können. Zudem bietet der Tag die Chance zum direkten Dialog mit der Region und den Provinzen, damit die Gebiete und Kulturinstitute ihren Bedürfnissen und Zukunftsperspektiven gemeinsam Gehör verschaffen können.“

Das Thema Innovation griff auch die Direktorin des Bersntoler Kulturinstituts Claudia Marchesoni auf: „Innovation ist von grundlegender Bedeutung, denn bei einer bloßen Selbstdarstellung besteht die Gefahr, die Entwicklung neuer Strategien zum Stillstand zu bringen. Die Zukunft unserer Gemeinschaft liegt in der Vernetzung mit den anderen Minderheiten und mit den deutschsprachigen Regionen. Gemeinsame Beziehungen und Projekte tragen dazu bei, das Bewusstsein für die sprachliche Identität und den Stolz darauf zu festigen und den täglichen Gebrauch der Sprache zu fördern.“

Der Direktor des zimbrischen Kulturinstituts, Willy Nicolussi Paolaz, erläuterte: „Für die zimbrische Gemeinschaft ermöglichen die bereits verfügbaren rechtlichen Instrumente ein wirksames Handeln: Schutz und Innovation vollziehen sich durch eine gezielte Sprachpolitik mit besonderem Augenmerk auf die jungen Generationen. Das Engagement umfasst die Schule, die Medien, die Digitalisierung sowie die Museumsarbeit – Bereiche, die junge Menschen direkt einbinden und es ermöglichen, die Sprache sowohl Schülern und Schülerinnen als auch Besuchern und Besucherinnen näherzubringen.“

Anlässlich des Regionalen Tages ist bis zum 4. März im Eingangsbereich des Amtsgebäudes der Region eine Ausstellung mit Kunstwerken und traditionellen Trachten aus den ladinischen, fersentalerischen und zimbrischen Gebieten zu sehen. Dies bietet Bürgern und Bürgerinnen und Besuchern und Besucherinnen eine weitere Gelegenheit, um sich mit dem kulturellen Reichtum dieser Gemeinschaften vertraut zu machen.

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Letzte Änderung:Mittwoch, 25. Februar 2026