Beschreibung
Die ladinische Sprache auch in den sensibelsten Bereichen der Gemeinschaft – wie der Pflege und Betreuung der Senioren – zu schützen, ist das Ziel, für das die Autonome Region Trentino-Südtirol auf Vorschlag des Regionalassessors für Sozialvorsorge Carlo Daldoss für das Jahr 2026 einen Beitrag in Höhe von insgesamt 242.829,48 Euro zugunsten von zwei in den ladinischen Gebieten tätigen öffentlichen Betrieben für Pflege- und Betreuungsdienste bereitgestellt hat, um die durch den Gebrauch der ladinischen Sprache entstehenden Mehrkosten zu decken.
Der Präsident der Region Arno Kompatscher erklärte: „Wir wollen die Kenntnis und den Gebrauch der ladinischen Sprache bei den Dienstleistungen in den ladinischen Gebieten gezielt fördern. Es ist besonders wichtig, die Heimbewohner und -bewohnerinnen in ihrer Muttersprache ansprechen zu können, denn dies bedeutet Rücksicht, Nähe und Qualität in der Pflege. Aus diesem Grund werden wir weiterhin die Finanzierungen an die Seniorenwohnheime gewährleisten, damit diese für die Verwendung und den Schutz der ladinischen Sprache sorgen können.“
Empfänger der Regionalbeiträge sind die Seniorenwohnheime:
- „Azienda publica de Fascia de servijes per la persona“ in San Giovanni di Fassa - Sèn Jan (Fraktion Vigo di Fassa/Vich), dem eine Finanzierung in Höhe von 22.829,48 Euro gewährt wurde (entsprechend 80 % der veranschlagten Ausgabe für das Personal, das für die Übersetzung der Akten zuständig ist). Die stationäre Pflegeeinrichtung zählt 65 Betten (davon 3 Plätze für selbstständige Senioren und 62 Pflegeplätze) und beschäftigt 61 Mitarbeitende.
- „Seniorenwohnheim Ojöp Frëinademetz“ in St. Martin in Thurn (BZ), dem der Höchstbetrag in Höhe von 220.000 Euro gewährt wurde. In der Einrichtung werden 89 Senioren betreut und 110 Mitarbeitende beschäftigt (davon 33 in Vollzeit und 77 in Teilzeit; 19 Mitarbeitende erhalten keine Zulage für die ladinische Sprache, weil sie die gesetzlich vorgesehene Sprachbescheinigung nicht besitzen).
Die regionale Maßnahme ermöglicht es, die Mehrausgaben zu decken und zu verhindern, dass sie auf den Tagessätzen der Heimbewohner und -bewohnerinnen und ihren Familien lasten, so dass diese im Vergleich zu den in ähnlichen Einrichtungen außerhalb des ladinischen Gebiets betreuten Personen nicht benachteiligt werden.
Der Regionalassessor für Sozialvorsorge Carlo Daldoss betonte: „In das Personal der Seniorenwohnheime zu investieren bedeutet, in die Lebensqualität der Senioren zu investieren. In den ladinischen Gebieten lässt sich dies auch dadurch umsetzen, dass die Heimbewohner und -bewohnerinnen von Fachkräften gepflegt und betreut werden, die ihre Muttersprache sprechen – ein identitätsstiftendes Erbe, das es sorgsam zu pflegen gilt.“
Der Regionalassessor für Sprachminderheiten Luca Guglielmi erklärte: „Die Region bestätigt ihren Einsatz für einen achtsamen und inklusiven Ansatz in der Seniorenpflege, womit der Wert der Muttersprache als Instrument zur Förderung von Beziehungen, Würde und kultureller Kontinuität anerkannt wird. Den Gebrauch der ladinischen Sprache in der Betreuung und Pflege zu unterstützen, heißt, die Verbindung zwischen Sprache, Identität und Wohlbefinden der Lokalgemeinschaften zu stärken.“