Beschreibung
Ca. hundert junge Menschen aus zehn europäischen Ländern sind im Rahmen des Projekts „Schools Beyond Regions and Borders“ (SBRB) – der Initiative der aktiven Bürgerschaft, an der 35 Oberschulen in 12 Ländern teilnehmen – in Trient eingetroffen. Bei dieser einzigartigen Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch sind die Jugendlichen die wichtigsten Akteure eines Dialogs, der geografische und kulturelle Grenzen überwindet und dazu dient, einander kennenzulernen und gemeinsam die Zukunft Europas zu gestalten.
Auf dem Programm steht das „Plenary Meeting“ des an die europäischen Oberschulen gerichteten Projekts der Bildung zur aktiven Bürgerschaft „Schools Beyond Regions and Borders“ (SBRB), das 2021 auf Anregung der Lehrkräfte Beppe Zorzi und Daniela Ferrari ins Leben gerufen wurde.
Der Präsident der Region Arno Kompatscher erklärte: „Der Austausch und der Dialog zwischen Jugendlichen aus verschiedenen Kulturen und Ländern sind eine große Bereicherung für die Zukunft eines geeinten und friedlichen Europas. Diese prägenden Erfahrungen ermöglichen es den neuen Generationen, ihre Identität und ihre historischen Wurzeln zu erfassen. Sie bereiten sie darauf vor, über alle sprachlichen und kulturellen Grenzen hinweg zum Wohle der gesamten europäischen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten.“
Daniela Ferrari fügte hinzu: „Schools Beyond Regions and Borders“ zeigt uns, dass die Schule ein Ort des Dialogs sein kann, an dem die Schüler und Schülerinnen lernen, dass Bürgerschaft eine lebendige Erfahrung ist, die aus dem Zuhören und der Begegnung mit den Mitmenschen besteht. Jedes „Plenary Meeting“ ist ein Beweis dafür, dass die geografischen und kulturellen Grenzen vor allem mit Offenheit und gegenseitigem Respekt überwunden werden.“
Die Delegationen haben heute im Tagungssaal der Region in Trient ihre während des Schuljahres erarbeiteten Projekte auf Englisch präsentiert. Am Nachmittag nahmen die Schüler und Schülerinnen dann an einem Workshop mit den Kunstschaffenden des europäischen Projekts S+T+Arts Acqua Motion im Wissenschaftsmuseum MUSE teil, das vor Kurzem institutioneller Partner des Netzes geworden ist.
Das Meeting begann gestern Vormittag auf dem Colle di Miravalle in Rovereto, wo die aus ca. hundert Schülern und Schülerinnen bestehende Delegation in Vertretung von 35 Oberschulen in 12 europäischen Ländern an der Konferenz von Prof. Andreas Oberprantacher (Universität Innsbruck) teilnahm. Im Anschluss daran lasen die Jugendlichen Friedensbotschaften in ihrer jeweiligen Sprache vor. Kurz nach Mittag erklangen die hundert Schläge der Friedensglocke „Maria Dolens“ – eine Mahnung an die vergangenen Konflikte und vor allem ein Ausdruck der Hoffnung sowie des Wunsches der neuen Generationen nach Frieden und Gerechtigkeit. Am Nachmittag besuchte die Gruppe die Schützengräben von Matassone und das Kriegsmuseum in Rovereto.
Das von Anfang an von der Region Trentino-Südtirol unterstützte Projekt nutzt die wissenschaftliche Expertise der Universität Trient unter der Leitung von Prof. Michele Nicoletti. Ihm steht ein wissenschaftlicher Beirat zur Seite, dem seit diesem Jahr auch Vertreter der Universitäten Bozen und Innsbruck angehören.
Das Programm wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Der 8. Mai steht im Zeichen der Zukunftsplanung. Nach einer Brainstorming-Session zum Sammeln neuer Ideen für das kommende Schuljahr ist ein Upcycling-Workshop in Zusammenarbeit mit der Modeschule „Centromoda Canossa“ geplant. Anschließend begeben sich die Delegationen nach Brixen, um am Water Light Festival teilzunehmen. Dort treffen sie zwei ukrainische Künstlerinnen des „Lysteater“, die eine Sand- und Lichtshow präsentieren, und nehmen an einer von der Gemeinde angebotenen Führung durch das Festival teil.
Das „Plenary Meeting“ endet am 9. Mai mit einer Besichtigung des Klosters Neustift und einem Workshop im angrenzenden Biotop. Die Schüler und Schülerinnen der Oberschule „Jakob Philipp Fallmerayer“ werden anschließend eine Stadtführung leiten, bevor das abschließende, öffentliche Seminar mit dem auf Umweltfragen spezialisierten Journalisten Ferdinando Cotugno stattfindet.
Das durch die in den fünf Jahren erzielten Ergebnisse bestärkte Projekt blickt nun in die Zukunft: Ziel ist es, die bereits 17 Schulen umfassende euroregionale Dimension zu stärken und das Netzwerk auf europäischer Ebene durch den geplanten Beitritt neuer Partner aus Finnland und der Türkei weiter auszubauen.