Beschreibung
Welche Rolle kann die Wiedergutmachungsjustiz nach der Einführung der einheitlichen Regelung durch die Cartabia-Reform im Strafsystem einnehmen? Welche Gelegenheiten bietet sie den betroffenen Personen und welche Perspektiven eröffnen sich den Institutionen? Diese Fragen sollen am Freitag, den 25. September 2026 ab 9.30 Uhr im Tagungssaal des Regionalrates auf der Tagung „Wiedergutmachungsjustiz und Strafsystem: Grundlagen, Erfahrungen und Perspektiven“ erörtert werden.
Die von der Autonomen Region Trentino-Südtirol/Alto Adige in Zusammenarbeit mit der Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Trient organisierte Veranstaltung findet anlässlich der Einrichtung des Zentrum für Wiedergutmachungsjustiz statt, das im Oberlandesgerichtssprengel Trient die Anlaufstelle für den Zugang zu kostenlosen und freiwilligen, auf Dialog, gegenseitiger Anerkennung und der Wiedergutmachung der Folgen der Straftat basierenden Programmen mit Unterstützung von Mediationsexperten ist.
Die Tagung beginnt mit den institutionellen Grußworten der Generalsekretärin der Regionalregierung Gabriele Morandell, des Dekans der Fakultät für Rechtswissenschaften Paolo Carta und des Vetreters des Justizministeriums Claudio Ferrari. Es folgen eine von Elena Mattevi moderierte Einführung mit Vorträgen von Eugenio Gramola und Andrea Fraioli und der von den Dozenten für Strafrecht Claudia Mazzucato und Roberto Bartoli gestaltete erste wissenschaftliche Teil mit den theoretischen Grundlagen des Sachbereichs.
Am späten Vormittag stehen praktische Erfahrungen und Anwendungsbeispiele mit den Erfahrungsberichten der Mediationsexperten der Zentren Reggio Emilia, Rom und der Region Trentino-Südtirol/Alto Adige auf dem Programm. Am Nachmittag hält der Präsident der Region Arno Kompatscher einen Vortrag und es wird der Film von Alessandra Müller „Giustizia riparativa, oltre la pena“ (Wiedergutmachungsjustiz, jenseits der Strafe) vorgeführt.
Den Abschluss der Tagung bildet eine Podiumsdiskussion unter dem Vorsitz von Professor Alessandro Melchionda, bei der die Spitzenvertreter der Landesgerichte Trient, Bozen und Rovereto, das Jugendgericht, die Anwaltschaft und Mediationsexperten sich über die Zukunftsaussichten der Reform austauschen. Die Professorinnen Antonia Menghini und Elena Mattevi tragen die wissenschaftlichen Schlussfolgerungen vor.
Die Veranstaltung ist öffentlich, es ist jedoch eine Online-Anmeldung erforderlich. Der Akkreditierungsprozess bei den jeweiligen Berufskammern wurde eingeleitet. Nähere Informationen und Anmeldung unter der E-Mail-Adresse: giustiziariparativa@regione.taa.it oder der Telefonnummer: 0461 201341.