Beschreibung
Ein Beitrag, um den Menschen in der Strafgerichtsbarkeit in den Mittelpunkt zu stellen.
Die vom Präsidenten der Region geführte Regionalregierung hat das Zentrum für Wiedergutmachungsjustiz des Oberlandesgerichtssprengels Trient offiziell errichtet und damit die durch die Cartabia-Reform (GvD Nr. 150/2022) eingeführten Neuerungen umgesetzt.
„Die Errichtung dieses Zentrums“, erklärte Präsident, „stellt den Höhepunkt einer wegweisenden Erfahrung dar, die unsere Region seit über zwei Jahrzehnten vorantreibt. Wir gehörten italienweit zu den Ersten, die an eine Justiz glaubten, die sich nicht auf Bestrafung beschränkt, sondern sich dafür einsetzt, unterbrochene soziale Bindungen wiederherzustellen. Heute wird dieses Modell zu einem strukturierten, professionellen und vollständig in das Justizsystem integrierten Dienst.“
Von der „Strafe“ zur „Wiedergutmachung“
Das Zentrum wird keine Urteile fällen, sondern Mediations- und Versöhnungsprozesse begleiten. Das Ziel ist ambitioniert: Opfer und Täter sollen die Möglichkeit erhalten, sich – mit Hilfe von professionellen Mediatorinnen und Mediatoren – zu begegnen, die Folgen des Konflikts aufzuarbeiten und eine Wiedergutmachung zu suchen, die über eine bloße Freiheitsstrafe hinausgeht.
Funktionsweise des Zentrums
Die neue Einrichtung wird als regionale Zentralstelle für den gesamten Oberlandesgerichtssprengel Trient tätig sein. Die wichtigsten Aspekte sind:
- Flexibilität: Die Programme können zu jedem Zeitpunkt aktiviert werden, vom ersten Tag des Strafverfahrens bis nach der rechtskräftigen Verurteilung.
- Professionalität: Die Mediatoren und Mediatorinnen werden nach den strengen Qualitätsstandards der staatlichen Gesetzgebung ausgebildet.
- Zugänglichkeit: Das Zentrum entspricht den wesentlichen Dienstleistungsniveaus (LEP) und macht die Wiedergutmachungsjustiz zu einem für alle an Strafverfahren Beteiligten zugänglichen Recht.
Oberstes Ziel ist die soziale Sicherheit. Wer den verursachten Schaden wirklich versteht und sich verpflichtet, ihn wiedergutzumachen, weist deutlich geringere Rückfallquoten auf als jemand, der eine Strafe lediglich passiv annimmt. Mit diesem Beschluss bestätigt sich Trentino-Südtirol als Vorreiter für soziale Innovation und fördert eine Kultur der Verantwortung und des zivilen Friedens.